Western Square Dance – Cowboytanz mit Ansage
Tauchen in einem Film oder einer Dokumentation die Bilder vom amerikanischen Western Square Dance auf, stellt sich für den Zuschauer am europäischen Bildschirm unwillkürlich Faszination für diese scheinbar so komplexe Choreografie ein, die auch noch den rätselhaften Ansagen einer Art Tanzmeister folgt. Doch wie so oft trügt der Schein. Western Square Dance ist zwar so amerikanisch wie Hamburger und Cola, aber auch genauso international bekannt und rätselhaft ist er schon gar nicht.
Das kleine ‚Western Square Dance‘-Lexikon
- Für einen Square Dance werden mindestens acht Personen benötigt, die vier Paare bilden und sich in einem Quadrat – dem Namensgeber des Tanzes – aufstellen.
- Da die Paare jedes Squares während eines Tanzes unter sich bleiben, ist es gleich, wie viele Squares letztendlich zusammenkommen.
- Begrenzt wird die Anzahl eigentlich nur von der Größe der Tanzfläche und der Stimmgewalt des Ansagers (Caller) oder seines Mikrofons.
- Der Caller ist vielleicht die wichtigste Person des ganzen Square Dance, denn er gibt die Figuren vor, die von den Squares getanzt werden. Die Ansage erfolgt traditionell in Englisch, ebenso die Bezeichnung der Figuren, die in Tanzprogrammen (Levels) mit unterschiedlichen Schweregraden zusammengefasst sind.
Für einen Anfänger klingt das nun doch wieder kompliziert, ist es aber nicht. Jeder Tanz will erlernt werden. Ob nun Tango oder Square Dance, sie fangen alle mit den Grundschritten an und bauen darauf auf. Jeder Square-Dance-Club bietet Kurse an und lädt Interessierte zu Schnupperstunden ein.
Um auch den optischen Genuss des Square Dance zu erleben, bietet sich allerdings eher eines der größeren Treffen (Jamborees, Specials) an, auf denen die Tänzer in ihrer typischen Kleidung erscheinen. Die Männer tragen dabei langärmelige Westernhemden, Halstücher oder Kragenschnüre, während die Frauen zu einer Bluse die Röcke mit den üppigen Petticoats zum Schwingen bringen. Uniformität ist dennoch nicht zu befürchten, abgesehen von diesen Grundelementen sind die Tänzer frei in der Wahl ihrer Outfits.
Die große Gemeinschaft
Gerade weil es internationale Bezeichnungen für die Figuren gibt, können sich Tänzer überall auf der Welt zusammenfinden und ohne jedes Verständigungsproblem miteinander tanzen. Es ist typisch, dass es seit den 50er Jahren keine Wettbewerbe mehr gibt, sondern stattdessen einfach nur gesellige Zusammenkünfte, bei denen die Freude am Tanz als solchem immer im Vordergrund steht. Western Square Dancer wollten nicht miteinander konkurrieren, sondern einfach nur miteinander tanzen. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl lässt sich auf die Ursprünge des Tanzes zurückführen in die Zeit der amerikanischen Pioniere, die nur in der Gemeinschaft die Aufgabe bewältigen konnten, einen ganzen Kontinent zu besiedeln.
Western Square Dance ist ideal für Menschen, die gerne in einer ungezwungenen Gemeinschaft ihre Leidenschaft für Tanz und Bewegung ausleben wollen, sich aber mit den klassischen Standardtänzen nicht anfreunden können. Wie bei jedem guten Hobby ist es hier einfach nur wichtig, Spaß zu haben.